Täter

Menschenhandel ist ein lukratives Geschäft, weil hohe Gewinne realisiert werden können. Zudem ist das Risiko einer Verurteilung gering, weil für die Strafverfolgung und die Opferbetreuung beschränkte Ressourcen eingesetzt werden, die Beweisführung vor urteilenden Gerichten oft nicht standhält und die ausgefällten Strafen in der Schweiz – im Verhältnis zu denen im Ausland – gering sind.

Bei den Tätern handelt es sich sowohl um Schweizer als auch um Ausländer, wobei die ausländischen Täter meist dieselbe Nationalität aufweisen wie ihre Opfer. Menschenhandel wird überwiegend von Männern begangen. Nicht selten werden aber auch Frauen wegen Menschenhandel verurteilt, die zuerst selber ausgebeutet worden sind und später im Gefüge der Organisation Kontroll- und Aufsichtsaufgaben übernommen haben und zu Mittäterinnen geworden sind.

In der Schweiz handelt es sich vielfach um Einzeltäter oder kleine, oft familiär oder ethnisch geprägte Gruppen, die Menschenhandel betreiben. Im Einzelfall gibt es auch Hinweise auf organisierte Kriminalität.

Menschenhandel tritt häufig mit anderen Deliktsarten in Erscheinung, beispielsweise mit Förderung der Prostitution, Urkundenfälschungen, Betäubungsmitteldelikten und Verstössen gegen das Ausländergesetz.

Anzahl rechtskräftige Verurteilungen1)
(Quelle: Bundesamt für Statistik BFS, Strafurteilsstatistik)

  Menschenhandel (seit 2006 Art. 182,
vorher 196 StGB)
Förderung der Prostitution
(Art. 195 StGB)
2000 5 23
2001 2 19
2002 2 11
2003 7 7
2004 2 12
2005 12 17
2006 5 18
2007 9
16
2008 11 14
2009 11
25
2010 6 8
2011 10 15
2012 13 19
2013 13 22
2014 15 26
2015 19 14
2016 11 3

1) Die Strafurteilsstatistik der Erwachsenen (SUS) basiert auf den im Strafregister eingetragenen Urteilen. Die Verurteilungen werden im Register erst erfasst, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Die Behandlung von möglichen Rekursen kann Jahre in Anspruch nehmen. Wird das erstinstanzliche Urteil bestätigt, dann wird es im Strafregister mit dem erstinstanzlichen Entscheiddatum registriert. Aus diesem Grund kann es mehrere Jahre dauern, bis ein Urteil im Strafregister eingetragen ist und in der Statistik erscheint. Die Zahlen der jüngsten Erhebungsjahre sind daher nicht unbedingt aussagekräftig, weil sie möglicherweise noch nicht vollständig sind.

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nach oben Letzte Änderung 13.07.2017